Businessplan Café: Beispiel, Finanzplan und Break-even für Österreich
Ein Café klingt oft einfacher, als es wirtschaftlich ist. Entscheidend sind nicht nur Lage und Konzept, sondern Gästezahl, Durchschnittsbon, Öffnungstage, Wareneinsatz und laufende Fixkosten.
Ein guter Businessplan für ein Café zeigt nicht nur, wie das Lokal aussehen soll. Er zeigt, welche Umsätze nötig sind, welche Kosten jeden Monat gedeckt werden müssen und ab welcher Frequenz dein Café tragfähig werden kann. Auf dieser Seite bekommst du eine kompakte Beispielrechnung für Österreich und eine Struktur, mit der du deine eigenen Annahmen prüfen kannst.
Businessplan Café: Was du hier planst
Bei einem Café hängt die Wirtschaftlichkeit stark von wenigen Stellschrauben ab. Schon kleine Abweichungen bei Gästezahl, Bonhöhe oder Fixkosten können entscheiden, ob dein Modell funktioniert.
Auf dieser Seite prüfst du vor allem:
- Welche Investitionen vor dem Start anfallen.
- Welche Fixkosten monatlich gedeckt werden müssen.
- Wie dein Umsatz aus Gästezahl, Bonhöhe und Öffnungstagen entsteht.
- Ab welchem Umsatz dein Break-even erreicht wird.
- Welche Annahmen du im Businessplan besonders begründen solltest.
Die wichtigsten Stellschrauben im Café-Businessplan
Die Gästezahl ist der stärkste Umsatzhebel. Plane nicht nur Wunschfrequenz, sondern auch schwache Tage, Wetter, Saisonalität und Anlaufphase.
Der Bon zeigt, wie viel ein Gast im Durchschnitt ausgibt. Kleine Änderungen wirken sich über den ganzen Monat stark aus.
Kaffee, Getränke, Backwaren und Verpackung verursachen variable Kosten. Entscheidend ist, wie viel vom Umsatz als Deckungsbeitrag übrig bleibt.
Miete, Energie, Personalgrundbedarf und Unternehmerlohn laufen weiter, auch wenn einzelne Tage schwach sind.
Typische Investitionen für ein Café
Die Startinvestitionen hängen stark von Zustand, Größe, Küche, Genehmigungen und Ausstattung des Lokals ab. Gerade Umbau, Kaution und Technik werden häufig unterschätzt.
| Bereich | Typische Positionen | Beispielrahmen |
|---|---|---|
| Lokalstart | Kaution, erste Mieten, Genehmigungen, Beratung | 8.000 € bis 18.000 € |
| Einrichtung | Tische, Sessel, Theke, Licht, Deko | 10.000 € bis 30.000 € |
| Technik | Kaffeemaschine, Mühle, Kühler, Kassa, Spüler | 12.000 € bis 35.000 € |
| Startbestand | Getränke, Ware, Verpackung, Verbrauchsmaterial | 2.000 € bis 6.000 € |
| Außenauftritt | Website, Beschilderung, Fotos, Eröffnung | 1.500 € bis 6.000 € |
Wichtig ist nicht nur die Höhe der Investitionen. Viele Ausgaben fallen an, bevor der erste Umsatz kommt. Dadurch entsteht Kapitalbedarf bereits vor der Eröffnung.
Typische Fixkosten für ein Café
Fixkosten laufen unabhängig davon weiter, ob an einem Tag viel oder wenig los ist. Deshalb solltest du sie nicht zu knapp planen.
| Kostenblock | Möglicher Monatsrahmen |
|---|---|
| Miete inkl. Betriebskosten | 2.000 € bis 4.500 € |
| Energie | 400 € bis 1.000 € |
| Versicherungen | 120 € bis 250 € |
| Software, Kassa, Buchhaltung | 150 € bis 450 € |
| Reinigung, Entsorgung, Sonstiges | 250 € bis 700 € |
| Unternehmerlohn / Privatentnahme | 1.200 € bis 2.000 € |
Personal kann teils fix und teils variabel sein. Für die erste Planung solltest du konservativ rechnen und nicht davon ausgehen, dass sich jede Schicht perfekt an die Nachfrage anpassen lässt.
Umsatzplanung für ein Café
Die einfachste Umsatzlogik lautet:
Gäste pro Tag × Durchschnittsbon × Öffnungstage = Monatsumsatz
Ein Beispiel:
30 Gäste pro Tag × 12 € Bon × 26 Öffnungstage = 9.360 € Monatsumsatz
Das klingt auf den ersten Blick ordentlich. Für ein Café kann dieser Umsatz aber trotzdem zu niedrig sein, wenn Miete, Energie, Personalgrundbedarf, Wareneinsatz und Unternehmerlohn mitgerechnet werden.
Break-even-Beispiel für ein Café
Für eine vereinfachte Beispielrechnung nehmen wir an:
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Gäste pro Tag | 30 |
| Durchschnittsbon | 12 € |
| Öffnungstage pro Monat | 26 |
| Monatsumsatz | 9.360 € |
| Kosten pro 100 € Umsatz | 35 € |
| Fixkosten pro Monat | 5.200 € |
| Unternehmerlohn | 1.500 € |
Daraus ergibt sich:
| Rechenschritt | Ergebnis |
|---|---|
| Umsatzabhängige Kosten | 9.360 € × 35 % = 3.276 € |
| Deckungsbeitrag | 9.360 € - 3.276 € = 6.084 € |
| Fixkosten inkl. Unternehmerlohn | 5.200 € + 1.500 € = 6.700 € |
| Monatliches Ergebnis | 6.084 € - 6.700 € = -616 € |
| Break-even-Umsatz | 6.700 € / 0,65 = 10.308 € |
Bei diesen Annahmen liegt der notwendige Break-even-Umsatz über dem geplanten Monatsumsatz. Der Businessplan müsste also an mindestens einer Stelle nachgeschärft werden: mehr Gäste, höherer Durchschnittsbon, geringere Fixkosten oder ein kleinerer Startumfang.
Finanzplan-Beispiel für ein Café
Eine erste Finanzplan-Tabelle sollte nicht nur Umsatz zeigen, sondern auch Investitionen, Eigenmittel, Fixkosten und Ergebnislogik.
| Position | Annahme | Betrag |
|---|---|---|
| Startinvestitionen | Einrichtung, Kaffeemaschine, Kaution, Erstausstattung | 35.000 € |
| Eigenmittel | vorhandenes Startkapital | 12.000 € |
| Ziel-Monatsumsatz | 30 Gäste × 12 € × 26 Tage | 9.360 € |
| Kosten pro 100 € Umsatz | Wareneinsatz und variable Betriebskosten | 35 € |
| Monatliche Fixkosten | Miete, Energie, Versicherung, Software, Sonstiges | 5.200 € |
| Unternehmerlohn | private Entnahme | 1.500 € |
| Monatliches Ergebnis | nach variablen Kosten, Fixkosten und Unternehmerlohn | -616 € |
Die Rechnung zeigt: Die Idee ist damit nicht automatisch schlecht. Sie zeigt aber, dass die Annahmen noch nicht tragfähig genug sind. Genau dafür ist der Businessplan da.
Was bei einem Café besonders kritisch ist
Viele Café-Pläne scheitern nicht an der Idee, sondern an zu optimistischen Annahmen. Besonders kritisch sind:
- Gästezahl wird zu stabil geplant.
- Durchschnittsbon wird zu hoch angenommen.
- Miete, Energie und Personalgrundbedarf werden unterschätzt.
- Startinvestitionen und Anlaufphase werden zu knapp gerechnet.
- Schwache Monate, Wetter und Saisonalität fehlen.
- Unternehmerlohn wird nicht realistisch eingeplant.
Besser ist: Rechne mindestens ein vorsichtiges Szenario. Prüfe, wie viele Gäste du pro Tag wirklich brauchst und ob dieser Wert zum Standort passt.
Businessplan für dein Café mit STARTWERK weiterführen
Mit STARTWERK kannst du deine Café-Idee als Projekt anlegen, Annahmen erfassen und daraus Finanzplan, Szenarien und Businessplan-Entwurf ableiten.
So gehst du weiter:
- Café-Konzept und Standortannahmen festhalten.
- Gästezahl, Bonhöhe und Öffnungstage planen.
- Investitionen, Fixkosten und variable Kosten erfassen.
- Break-even und Liquidität prüfen.
- Businessplan-Entwurf exportieren und überarbeiten.
FAQ
Wie erstelle ich einen Businessplan für ein Café?
Du erstellst einen Businessplan für ein Café, indem du Konzept, Zielgruppe, Standort, Wettbewerb, Angebot, Investitionen, Fixkosten, Umsatzlogik, Liquidität und Break-even strukturiert planst. Besonders wichtig ist die Verbindung zwischen Gästezahl, Durchschnittsbon und Fixkosten.
Welche Umsatzannahme ist für ein Café sinnvoll?
Am besten rechnest du mit Gästezahl pro Tag, Durchschnittsbon und Öffnungstagen. Ein pauschaler Wunschumsatz ist für einen belastbaren Businessplan zu schwach.
Warum ist der Break-even bei einem Café oft höher als gedacht?
Weil viele laufende Kosten schon vor stabiler Nachfrage entstehen. Miete, Energie, Grundpersonal, Wareneinsatz und Unternehmerlohn erhöhen den Mindestumsatz deutlich.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Café?
Das hängt stark von Lokal, Umbau, Ausstattung, Kaution und Anlaufphase ab. Für die erste Planung solltest du nicht nur Investitionen, sondern auch eine Liquiditätsreserve für die ersten Monate berücksichtigen.